CDU Thüringen mit homophober Panikmache

#1 von gerd , 26.08.2015 11:52

CDU Thüringen mit homophober Panikmache

Gefährliche Kampagne gegen Akzeptanz und Sexualaufklärung an Schulen in Thüringen



Zu den Aussagen von Christian Tischner, bildungspolitischer Sprecher der thüringischen CDU-Fraktion, über den gegenwärtig erarbeitenden „Bildungsplan bis 18“, erklärt Jenny Renner, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD):



Die Befürchtungen der CDU-Fraktion sind homophobe Panikmache. Die schulische Sexualaufklärung ist ein Aspekt unter vielen in dem über 400 Seiten starken Entwurf. Dabei ist auch die Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt vorgesehen. Das ist ein sinnvoller wie notwendiger Schritt für ein mobbingfreies Klima, das alle Schüler/innen in ihrer Selbstbestimmung stärkt und in ihrer Individualität wertschätzt. Das zu Skandalisieren ist mit homophoben Kanonen auf Spatzen zu schießen. Der CDU-Abgeordnete Christian Tischner scheint sich „Besorgte Eltern“ herbeizusehnen, die auch in Thüringen gegen die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LSBT) auf die Straße gehen. Die CDU behauptet immer nur gegen Diskriminierung zu sein. Doch statt konkrete Maßnahmen vorzuschlagen, torpediert sie lieber die Förderung um Akzeptanz.



Gesellschaftliche Vielfalt gehört zum heutigen Alltag und Schule muss darauf vorbereiten. Das ist originär Bestandteil ihres Bildungsauftrags. So können Kinder und Jugendliche ein positives und akzeptierendes Selbstbild entwickeln und sich gegen Diskriminierungen behaupten. LSBT sind Teil der gesellschaftlichen Vielfalt. Sie sind gleichwertig und gleichberechtigt. Eine Förderung der Akzeptanz beinhaltet die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Stereotypen und gesellschaftlicher Homo-und Transphobie. Das sieht der jetzige Entwurf des Bildungsplans bis 18 vor. Mit „Frühsexualisierung“ hat das wohl kaum was zu tun.


Aber auch eine altersgerechte und sensible Sexualaufklärung ist ein weiterer und eigenständiger Aspekt des schulischen Bildungsauftrags. Sie ergänzt die individuelle Sexualerziehung des Elternhauses. Ziel der Sexualaufklärung sollte die positive Einstellung zur eigenen Körperlichkeit und Sexualität sowie die Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein für sich und andere sein. Sie fördert so Selbstbestimmung sowie ein positives Selbstwertgefühl, und ist Teil der schulischen Präventionsarbeit sowohl gegen sexuelle Gewalt als auch sexuell übertragbare Krankheiten. Zu einer altersgerechten und sensiblen Aufklärung gehört dabei selbstverständlich auch die Beschäftigung mit LSBTI-Lebensweisen. Auch das beabsichtigt der gegenwärtige Entwurf des Bildungsplans bis 18.

Es gab und gibt bereits seit Jahren eine breite und transparente Diskussion um den „Bildungsplan bis 18“ in Thüringen. Der „Bildungsplan bis 18“ von einem wissenschaftlichen Konsortium erarbeitet und von einem Fachbeirat begleitet. In diesem sitzen neben Kirchen und Gewerkschaften eine Vielzahl von Vertreter/innen von unterschiedlichen Bildungsinstitutionen, etwa die Landeseltern- und die Landesschülervertretung. LSBTI-Vertretungen sind in dem Fachbeirat übrigens überhaupt nicht vertreten.


Hintergrund



Bildungsplan bis 18

http://www.bildungsplan.uni-jena.de/Bildungsplan/Inhalt.html



Stellungnahme LSVD Thüringen von 2013 zum Thema „Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ an Thüringer Schulen

http://www.lsvd-thueringen.de/allgemein/...esen-verankern/

 
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