Papst Franziskus verlangt von Frankreich Rücknahme der Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule

#1 von Forum , 18.06.2013 22:44

Papst Franziskus verlangt von Frankreich Rücknahme der Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule

Wenige Tage nach seinen Aussagen zu einer angeblichen ‘Schwulen-Lobby’ im Vatikan gegen die vorgegangen werden müsse, wettert Papst Franziskus erneut gegen die Gleichbehandlung aller BürgerInnen. Bei einem Treffen mit französischen PolitikerInnen und SenatorInnen im Vatikan bezeichnete er das ‘Ehe für alle’-Gesetz, mit dem Lesben und Schwule in Frankreich längst überfällige Eherecht erhalten haben, als ‘Moden des Augenblicks’, welches wieder zurückgenommen werden könne.

Erst vor wenigen Tagen wetterte Papst Franziskus bei einem Treffen mit lateinamerikanischen Bischöfen gegen eine angebliche “Schwulen-Lobby” im Vatikan, gegen die vorgegangen werden müsse (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Schon während seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires hetzte er gegen die Öffnung der Ehe in Argentinien und er zeichnte ein Bild bei Amtsantritt als konservativer Hardliner (thinkoutsideyourbox.net berichtete).

Franziskus: “Moden und Ideen des Augenblicks” zurücknehmen

Bei einem Treffen mit französischen PolitikerInnen und SenatorInnen im Vatikan mischt sich der amtierende Papst erneut in innerstaatliche und zivilrechtliche Angelegenheiten ein. Schon während der Debatte um die Ehe-Öffnung in Frankreich – ein zentrales Wahlversprächen von Präsident Francois Hollande – kampagnisierte die römisch-katholische Kirche massiv gegen das Gesetzesvorhaben.

Während die ersten gleichgeschlechltichen Eheschließungen in Frankreich nach in Kraft treten des Gesetzes bereits geschlossen sind (thinkoutsideyourbox.net berichtete), kann die römisch-katholische Kirche noch immer nicht akzeptieren, dass keine sachlichen Gründe für die Verweigerung des Eherechts gibt und alle BürgerInnen – unabhängig der sexuellen Orientierung – die gleichen Rechte verdienen.


Im Gespräch mit französischen PolitikerInnen erklärte Papst Franziskus, wir “Zeit Online” berichtet, dass das Parlament, beschlossene Gesetze auch wieder

“außer Kraft setzen”

könne. Dadurch hätte der Gesetzgeber in den Augen des Papstes die Möglichkeit

“die nötige Qualität, die den Menschen erhebt und adelt”

wieder geben zu können. Papst Franziskus “vergisst” jedoch so ganz beläufig, dass damit Lesben und Schwulen erneut die ihnen zustehende Würde genommen wird. Es sei notwendig, so der Papst weiter, Gesetzestexten

“eine Seele zu geben, die nicht nur die Moden und die Ideen des Augenblicks widerspiegelt”.

Papst sieht Kirche als Opfer

Noch viel mehr an Realitätsferne beweist der Papst, als er schließlich auch beklagt, dass die römisch-katholische Kirche ein Opfer bei der Debatte um die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule samt Adoptionsrecht wäre.

So dürfe die strikte Trennung von Kirche und Staat nicht zu einer Feindschaft gegen die Religion führen. Franziskus zeigte sich jedenfalls erfreut, dass sich die Gesellschaft gegen die Pläne von Präsident Hollande zur “Ehe für alle” erhoben haben und auf die Straße gegangen sind. Dabei ist wohl anzunehmen, dass er die Bewegung “Manif pour tous” angesprochen habe. Einer Bewegung, die mehrere Großkundgebungen abgehalten hat und bei der es zu immer stärkeren Gewaltausbrüchen gekommen (thinkoutsideyourbox.net berichtete). Sind das die Prinzipien, die der Papst für seine Kirche will?

Die katholische Kirche ist laut Papst Franziskus bereit,

“ihren spezifischen Beitrag zu grundlegenden Fragen zu leisten, die ein vollständigeres Bild des Menschen und seiner Bestimmung ermöglichen”.


Eine zurückzuweisende Drohung, in Anbetracht der verbreiteten Homophobie und Intoleranz, sowie dem unerträglichen Einmischen der Glaubensgemeinschaft in innerstaatliche Angelegenheiten.

(Bild: casarosada.gob.ar – BY-SA-2.0 – Wikimedia)
Quelle: http://www.thinkoutsideyourbox.net/

Angefügte Bilder:
Bildschirmfoto-2013-06-12-um-16.16.22  PAPST.png  
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zuletzt bearbeitet 18.06.2013 | Top

   

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