VERZAUBERT : DFB-Ehrenamtspreisträger Stock: Coming-Out eines Nationalspielers kein Befreiungssignal

#1 von gerd , 06.04.2013 19:29

DFB-Ehrenamtspreisträger Stock: Coming-Out eines Nationalspielers kein Befreiungssignal

Das Coming-Out des US-Nationalspielers Robbie Rogers ist aus Sicht von Hamburgs schwul-lesbischem Sportverein Startschuss SLSV kein Befreiungssignal. Fußball-Abteilungsleiter und DFB-Ehrenamtspreisträger Carsten Stock reagierte auf den Rücktritt des Sportlers mit deutlicher Kritik am Zustand unserer Gesellschaft und den Zuständen im Profi-Fußball. Rogers hatte sich vor wenigen Tagen öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt und gleichzeitig sein Karriereende erklärt. Zuletzt stand er beim englischen Traditionsverein Leeds United unter Vertrag, der den 25-Jährigen in die dritte Liga ausgeliehen hatte.

Stock drückte in einer MItteilung seines Vereins seinen Respekt und seine Achtung für das Outing Rogers’ aus und beglückwünschte ihn zu dieser mutigen Entscheidung. Niemand könne mit einem ständigen Versteckspiel vor sich selbst und vor anderen und in ständiger Angst im Leben glücklich werden. “Für Rogers beginnt jetzt in jeder Beziehung ein neues Leben”, erklärte Stock, der für sein Engagement gegen Homophobie im Fußball den DFB-Ehrenamtspreis 2011 erhalten hatte.

Bedenklich äußerte sich Stock dazu, dass Rogers den einzigen Ausweg aus dieser Situation in einem Rückzug vom Profi-Fußball gesehen habe. Die Verantwortlichen im Fußball, die ihn jetzt zu seinem Outing gratuliert haben, müssten sich im gleichen Atemzug die Frage stellen, weshalb Rogers seine Karriere mit 25 Jahren nicht fortsetzen wolle: “Wo ist die Unterstützung durch den Verein, wo ist die Unterstützung durch die Verbände gerade in dem Moment gewesen, in dem Rogers diese am meisten gebraucht hätte? Wo ist das vertrauensvolle Umfeld gewesen, das jeder Spieler und in diesem Fall besonders Robbie Rogers gebraucht hätte? Wieso erzeugt unsere Gesellschaft immer noch einen Druck, der die Betroffenen in Angst vor Verurteilung und Ablehnung leben läßt?”

Für Stock ist das Outing Robbie Rogers’ noch lange nicht das erhoffte Befreiungssignal im Profi-Fußball, das von vielen sehnsüchtig erwartet werde. “Vielmehr ist durch den gleichzeitigen Rückzug Rogers genau der gegenteilige Eindruck erweckt worden, dass Homosexualität und Profifußball nicht vereinbar seien”, sagte Stock. Die Verantwortlichen im Sport müssten deutlich machen, dass diese Vereinbarkeit durchaus gegeben sei und dies endlich auch durch Taten untermauern.

Startschuss SLSV in Hamburg ist mit rund als 650 Mitgliedern in 17 Sportarten einer der größten schwul-lesbischen Sportvereine Deutschlands. Die Fußball-Abteilung richtet jährlich am ersten November-Wochenende das StartschussMasters aus, das deutschlandweit größte Fußballturnier schwuler Freizeitsportler. Gastredner der Siegerehrung waren In den vergangenen Jahren HSV-Nachwuchsleiter Bastian Reinhardt, der Vize-Präsident des FC St. Pauli, Bernd-Georg Spies, sowie der Schauspieler Peter Lohmeyer (“Das Wunder von Bern”).

Quelle: Hamburgs schwul-lesbischer Sportverein Startschuss SLSV
und http://blog.die-verzauberten.de/2013/04/...freiungssignal/

 
gerd
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zuletzt bearbeitet 06.04.2013 | Top

   

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